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So geht's!

Die 7 Grundregeln, um besser Gitarre zu spielen

Niemand ist zu alt, um Gitarre spielen zu lernen, zu mal nicht jeder ein Profi werden muss.

Was zählt, ist der Spaß am Spiel und an der Musik, egal, ob romantisch am Lagerfeuer, bei einem geselligen Abend mit Freunden oder einfach zur Entspannung für sich allein. Gitarrenkurse werden von Volkshochschulen, Musikschulen und privaten Gitarrenlehrern angeboten. Autodidakten kaufen sich Material und nehmen an Internet-Kursen teil, um das Spiel bei freier Zeiteinteilung zu lernen.

Das Gitarrenspiel ist vielfältig, da es zahlreiche Techniken und Stilrichtungen umfasst. Wer sich für das Gitarrenspiel als Hobby entscheidet, muss längst nicht alle beherrschen, denn das würde ein Studium an einer Musikhochschule erfordern. Die gute Nachricht: Wer Gitarre spielen möchte, muss keine Noten kennen. Es gibt Gitarren-Tabs, nach denen schon nach wenigen Stunden einfache Melodien gespielt werden können.

Die richtige Haltung der Gitarre

Alles beginnt mit der richtigen Haltung der Gitarre. Sie ist wichtig, um Haltungsschäden zu vermeiden, aber auch, um dem Instrument einen besseren Klang zu entlocken. Grundsätzlich kann die Gitarre im Stehen und im Sitzen gehalten werden. Für die Haltung im Stehen ist ein Gitarrengurt erforderlich. Anfängern ist die Haltung im Sitzen zu empfehlen, da sie weniger anstrengend ist. Ein Gitarrengurt ist dafür nicht erforderlich. Für die Haltung im Sitzen gibt es verschiedene Möglichkeiten. Am einfachsten für Einsteiger ist die klassische Haltung, da sie eine leichtere Handhabung des Griffbretts ermöglicht. Mit geradem Oberkörper sitzt der Gitarrenspieler auf dem vorderen Bereich eines Stuhls. Der rechte Fuß steht fest auf dem Boden, während der linke Fuß auf eine kleine Fußbank gestellt wird. Der Gitarrenkorpus wird mit der Einbuchtung auf den linken Oberschenkel abgelegt. Die linke Hand fasst den Gitarrenhals, während die rechte Hand das Plektrum führt oder die Saiten zupft.

Alannah Myles mit Black Velvet

Kuschelrock

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Es läuft:
Alannah Myles mit Black Velvet

Gitarre spielen ohne Noten

Für das Gitarrenspiel sind nicht unbedingt Notenkenntnisse erforderlich, da das Spiel auch ohne Noten erlernt werden kann. Gitarren-Tabs sind bildliche Darstellungen, die leichter zu lesen sind als Noten. Die sechs horizontalen Linien der Gitarren-Tabs bezeichnen die einzelnen Saiten der Gitarre. Die hohe E-Saite ist die oberste Linie, während die unterste Linie die tiefe E-Saite darstellt. Auf den einzelnen Linien befinden sich Zahlen, die einen Bund auf dem Griffbrett bezeichnen. Eine Null bedeutet, dass kein Bund gegriffen wird. Die Zahlen stehen auf einer bestimmten Linie, die für eine Saite steht. Für das Melodiespiel greift die linke Hand die entsprechende Saite und den entsprechenden Bund, während die rechte Hand die jeweilige Saite mit dem Plektrum anschlägt oder mit den Fingern zupft. Linkshänder gehen entgegengesetzt vor. Sie halten den Gitarrenhals in der rechten Hand und spielen die Saiten mit der linken Hand.

Keine unerreichbaren Ziele setzen

Wer Gitarre spielen möchte, sollte täglich üben, doch gilt es, sich nicht zu überfordern und sich keine unerreichbaren Ziele zu setzen. Diese Vorgehensweise ist zum Untergang verurteilt, da schnell die Motivation verlorengeht, wenn das Ziel nicht erreicht werden kann. Um das Spiel richtig zu erlernen, kommt es nicht darauf an, möglichst viele Lieder innerhalb kurzer Zeit zu erlernen. Begonnen wird mit wenigen einfachen Liedern, die dann aber intensiv gespielt werden. Wer sich das Gitarrenspiel selbst beibringt, sollte einen Freund bitten, einzelne Akkorde und Lieder mit der Smartphone-Kamera aufzunehmen. Dabei ist nicht nur auf den Klang, sondern auch auf die Haltung der Gitarre und die Bewegung der Hände zu achten. Beim Betrachten des Videos werden Baustellen aufgedeckt, die dann immer wieder geübt werden, um sie abzubauen.

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Mit offenen Akkorden beginnen

Neben dem Melodiespiel kommt es beim Gitarrenspiel auch auf das Akkord- oder Begleitspiel an. Die Akkorde werden auch als Gitarrengriffe bezeichnet und mit der linken Hand auf dem Griffbrett gegriffen. Zu Beginn sollten grundsätzlich nur offene Akkorde wie C-Dur, D-Dur, A-Dur, G-Dur, E-Dur, e-Moll oder d-Moll gegriffen werden. Sie sind deutlich leichter als die geschlossenen Akkorde oder Barré-Akkorde, bei denen der Zeigefinger komplett über alle sechs Saiten gelegt wird. Das ist schwierig und kann bei Einsteigern nicht nur zu Schmerzen, sondern auch zu Verletzungen von Muskeln oder zu einer Sehnenscheidenentzündung führen.

Während die Akkorde mit der linken Hand gegriffen werden, schlägt die rechte Hand mit einem Plektrum die Saiten. Abhängig von den verschiedenen Liedern gibt es verschiedene Schlagmuster. Um sie für die Lieder in der entsprechenden Reihenfolge zu erlernen, werden die Schlagmuster zunächst mit den einzelnen Akkorden gespielt. Auch hier ist das Smartphone zum Aufzeichnen hilfreich, um Schwachstellen aufzudecken und zu korrigieren.

Fingerpicking als Spieltechnik für Fortgeschrittene

Am einfachsten ist das Gitarrenspiel mit einem Plektrum. Wer das bereits gut kann, wagt sich an das Fingerpicking, das schon mit einem höheren Schwierigkeitsgrad verbunden ist. Das Fingerpicking wird häufig bei Country, Folk oder Blues angewendet. Im Internet gibt es zahlreiche Videos, beispielsweise bei YouTube, die das Fingerpickinig umfassend erläutern. Die einzelnen Saiten werden mit bestimmten Fingern gezupft. Das verlangt Koordination. Die Finger zupfen die verschiedenen Saiten im Wechsel oder gleichzeitig. Das Fingerpicking kann auch mit dem Plektrum kombiniert werden. Diese Technik wird als Hybrid Picking bezeichnet.

Für das Fingerpicking gibt es verschiedene Übungen. Zunächst sollten die Grundpositionen der Finger geübt werden. Mit dem Fingerpicking können auch Akkorde gespielt werden, die mit der linken Hand gegriffen werden. Damit die Töne harmonisch klingen, muss das Spiel aus den Fingergelenken heraus erfolgen. Werden Akkorde gezupft, muss die Grifftechnik der Akkorde mit der linken Hand perfekt sitzen, damit ein guter Klang gewährleistet ist.

Wer das Spiel mit dem Plektrum und das Fingerpicking beherrscht, kann sich noch an schwierigere Techniken wagen. Berühmte Gitarristen wie Angus Young oder Eric Clapton haben ihren ganz eigenen Stil. Die verschiedenen Techniken, zu denen auch Tapping, Blending oder Sliding gehören, machen diesen Stil aus.

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Zeitfaktor beim Üben

Beim Üben spielt der Zeitfaktor eine wichtige Rolle, damit es effektiv ist. Eine Faustregel, wie lange täglich geübt werden sollte, gibt es nicht. Am Anfang ist es jedoch sinnvoll, täglich mindestens eine halbe Stunde zu üben. Wer das Spiel schon gut beherrscht, muss nicht täglich üben. Er kann dafür an mehreren Tagen in der Woche länge üben.

Während einer Übungseinheit können verschiedene Lieder und Melodien, aber auch Akkorde und Schlagspiel geübt werden. Dabei helfen Gitarren-Tabs. Zunächst kommt es nicht auf Geschwindigkeit an, denn Richtigkeit geht vor Schnelligkeit. Sitzen die einzelnen Töne und Akkorde, kann auch der Takt geübt werden. Play-alongs, die teilweise kostenlos im Internet verfügbar sind, helfen, den richtigen Rhythmus zu finden. Wer sich genügend Zeit zum Üben nimmt, kann ein Lied mit Play-along mehrmals spielen, um den Rhythmus zu festigen. Um den Takt zu üben, ist ein Metronom hilfreich. Dieses Gerät lässt sich auf verschiedene Geschwindigkeiten einstellen und gibt präzise den Takt vor.

Wird täglich über längere Zeit geübt, sollten genügend Pausen eingelegt werden. Das ist wichtig, um Verspannungen von Schultern und Nacken zu vermeiden. Beim intensiven Spiel über längere Zeit lässt irgendwann die Konzentration nach. Fehler schleichen sich ein. Daher ist es umso wichtiger, eine Pause einzulegen, um dann wieder konzentrierter zu spielen.

Die Hände lockern

Wer intensiv über längere Zeit Gitarre spielt, wird irgendwann feststellen, dass die Hände nicht mehr richtig mitmachen. Ähnlich ist es auch zu Beginn der Übungseinheit, wenn sich der Rhythmus noch nicht einstellt, da es noch an Geschwindigkeit mangelt. Mit einfachen Übungen wie dem chromatischen Lauf über alle sechs Saiten oder der chromatischen Tonleiter werden die Hände gelockert. Der chromatische Lauf kann über verschiedene Geschwindigkeiten gespielt werden.

Auch der Wechsel von Akkorden, beispielsweise zwischen G-Dur, e-Moll, C-Dur und D-Dur, lockert die Hände. Dabei kann ein Begleitspiel für das Lieblingslied gewählt werden, beispielsweise "Stand by me" von Tracy Chapman.