brf_artikel_umzug_2022
© stock.adobe.com/Jacob Lund
brf_artikel_umzug_2022

Umgezogen nach Berlin: Wo jetzt welche Amtsgänge anstehen

Ein Umzug nach Berlin ist aufregend. Die deutsche Bundeshauptstadt zählt zu den schönsten und spannendsten Metropolen der Welt. Was gibt es zu beachten?

Hier atmet man auf Schritt und Tritt Geschichte ein und kann die verschiedensten Attraktionen besuchen, vom Fernsehturm am Alexanderplatz bis hin zur Museumsinsel. Auch kulturell hat die Spreemetropole so einiges zu bieten: Während es die einen zu einem Konzert der Berliner Philharmoniker zieht, tanzen die anderen am liebsten im berühmt-berüchtigten Berghain zu den Klängen renommierter DJs. Vor lauter Freude über den neuen Wohnort kommt es nicht selten vor, dass man den Papierkram vernachlässigt, der mit einem Umzug einhergeht. Wer nun denkt, mit dem Umzug in die neue Wohnung sei es getan, irrt sich gewaltig. Denn während die Kartons noch im Flur herumstehen, sind Behördengänge auf dem Tagesprogramm. Wird eine Ummeldung nicht rechtzeitig durchgeführt, drohen Geldbußen. Außerdem kann es passieren, dass man plötzlich ohne Internet- und Telefonanschluss dasteht.

Welche Behördengänge muss man machen?

Anmeldung beim Bürgeramt

Wer neulich nach Berlin gezogen ist, muss einiges beachten und hat genau zwei Wochen Zeit, um sich an der neuen Wohnadresse anzumelden. Es gilt jedoch zu bedenken, dass der Andrang in der Bundeshauptstadt besonders groß ist, da jedes Jahr Tausende von Menschen nach Berlin ziehen. Deshalb sollte man bereits einen Monat vorher einen Termin beim nächstgelegenen Bürgeramt vereinbaren. Meldet man sich nicht rechtzeitig um, droht eine Geldbuße. Man kann auch ohne Termin beim Bürgeramt erscheinen, allerdings sollte man in diesem Fall bereits vor der Öffnung anwesend sein. Für die Anmeldung sind folgende Unterlagen mitzunehmen:

- Identitätsnachweis
- Anmeldeformular
- Beiblatt zur Anmeldung bei mehreren Wohnungen
- Ggf. Personenstandsurkunde
- Einzugsbestätigung des Vermieters

Telefon-, Internet- und Kabelanschluss

Wenn man sich nicht rechtzeitig um die Ummeldung des Telefon- und Internetanschlusses ebenso wie des TV-Kabelanschlusses kümmert, läuft man Gefahr, wochenlang ohne diese Dienste auskommen zu müssen. Es kann auch passieren, dass man doppelte Gebühren zahlt - etwa dann, wenn der vorherige Anbieter seine Dienste nicht in Berlin anbietet. Das Ummelden ist nicht immer kostenlos. Je nach Anbieter bewegen sich die Kosten für die Ummeldung zwischen null und 70 Euro. Beim Umzug sollte man zudem darauf achten, dass der Vertrag nicht als neu eingestuft wird, was einen wiederholten Start der Mindestvertragslaufzeit zur Folge haben könnte.

Die Prinzen mit ALLES NUR GEKLAUT XX

100% Deutsch

100% Deutsch

Zugezogen? Kein Problem! Wir haben hier die perfekte Musikauswahl für Sie.


Es läuft:
Die Prinzen mit ALLES NUR GEKLAUT XX

Strom, Gas und Wasser

Geben Sie die Zählerstände beim Umzug an Ihren Anbieter weiter. Heute kann man Strom, Gas und Wasser mit ein paar Klicks ummelden. Die meisten Anbieter bieten Onlineplattformen an, wo man dies im Voraus erledigen kann. Es lohnt sich, sich bei einem Umzug nach Berlin nach einem besseren Deal umzusehen. So kann man beispielsweise den Anbieter wechseln, wenn er Strom und Gas zu günstigeren Tarifen bietet. Falls man sich für einen neuen Anbieter entscheidet, übernimmt dieser die Abmeldung beim alten Anbieter.

brf_artikel_umziehen_02_2022
© stock.adobe.com/Monkey Business
brf_artikel_umziehen_02_2022

Kinder in Kindergarten und Schule anmelden

Familien mit Kindern, die nach Berlin ziehen, müssen sich rechtzeitig um einen Kita- oder Schulplatz für den Nachwuchs Gedanken machen. Man kann die Kinder über das zuständige Jugendamt in der neuen Kita anmelden. Es besteht zudem die Möglichkeit, dies gänzlich online zu tun. Der Kitaplatz wird durch Kitagutscheine bezuschusst. Obwohl man nicht zwingend über Kitagutscheine verfügen muss, erhöhen diese die Chancen auf einen der heiß begehrten Kitaplätze. Man muss dem Jugendamt das Antragsformular ebenso wie die erforderlichen Belege (z. B. Einkommensnachweise) vorlegen.

Das zuständige Bezirksamt gewährleistet die Aufnahme in einer Grundschule. Dies gilt jedoch nur für den Einzugsbereich. Möchte man jedoch einen Platz in einem anderen Bezirk oder an einer weiterführenden Schule sichern, muss man zuvor einen entsprechenden Antrag stellen.

Vierbeiner anmelden

Hunde gelten als Steuerzahler und müssen deshalb innerhalb eines Monats beim Finanzamt angemeldet werden. Für die Hundesteuer zuständig ist das Steuer- und Stadtkassenamt der Gemeinde, in der Hund und Halter wohnhaft sind. In Berlin gibt es kein Hunderegister. Hunde sind nach Vollendung des dritten Lebensmonats steuerpflichtig. Bei älteren Hunden hat man zwei bis vier Wochen Zeit, um den Vierbeiner anzumelden. Bei einem Umzug gelten dieselben Fristen. Die Anmeldung zur Hundesteuer erfolgt kostenlos.

Auto anmelden

Seit 2015 muss man kein neues Kfz-Kennzeichen anfordern, wenn man in ein anderes Bundesland umzieht. Man kann sein altes Kennzeichen demnach an den neuen Wohnort mitnehmen. Der Wagen muss aber dennoch an der neuen Adresse registriert sein. Das heißt, dass sich der Eigentümer an die entsprechende Zulassungsstelle wenden muss, um das Auto umzumelden. In Berlin kann man dies zum Beispiel an der Zulassungsstelle in Lichtenberg tun. Es werden folgende Unterlagen benötigt:

- Identitätsausweis
- Fahrzeugschein bzw. die Zulasssungsbescheinigung Teil 1
- Elektronische Bestätigung über die Versicherung (eVB-Nummer)
- Bericht über die Hauptuntersuchung
- Bericht über die Abgasuntersuchung
- SEPA-Mandat zum Einziehen der Kfz-Steuer

Falls man einen Firmenwagen ummelden möchte, sind weitere Unterlagen vorzulegen. Dazu gehören ein Handelsregisterauszug sowie die Vollmacht des Firmenchefs, wenn er die Ummeldung nicht selbst vornimmt.

Selbstverständlich kann man sich auch dafür entscheiden, ein neues Kennzeichen zu beantragen. In diesem Fall muss man weitere Dokumente einreichen. Zu diesen zählen der Fahrzeugbrief ebenso wie die Zulassungsbescheinigung Teil 2. Auch die alten Kennzeichenschilder müssen abgegeben werden. Nun kann man ein neues Kfz-Kennzeichen in Berlin beantragen - je nach Geschmack kann es sich sogar um ein Wunschkennzeichen handeln. Wird kein neues Kennzeichen beantragt, belaufen sich die Gebühren auf rund 20 Euro. Wer sein Auto nicht rechtzeitig ummeldet, muss mit einer Geldbuße von 100 Euro rechnen. Gerechtfertigt wird dieser recht hohe Betrag damit, dass ein nicht ordnungsgemäß gemeldetes Auto die Arbeit der Polizei um einiges erschwert, falls es zu einem Unfall kommen sollte.

Wunschkennzeichen in Berlin beantragen

Bundesweit kostet die Reservierung eines Wunschkennzeichen 12,80 Euro. Dazu gesellen sich die Kosten für die Prägung der Schilder, die von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich sind. Man kann sein Wunschkennzeichen ganz bequem über die Datenbank der Zulassungsstelle in Berlin-Lichtenberg für 15,95 Euro pro Stück online bestellen. Die Wunschkombination ist für zwei Monate reserviert. Man kann sich die Änderung also noch überlegen.

brf_artikel_umziehen_03_2022
© stock.adobe.com/Daniel Ernst
brf_artikel_umziehen_03_2022

Welche Kombinationen sind bei Kfz-Kennzeichen nicht erlaubt?

Viele Autofahrer möchten ein Kennzeichen mit ihren Initialen haben. Wenn diese jedoch auf HJ, KZ, NS, SA, IS oder SS lauten hat man Pech gehabt. Diese Buchstabenkombinationen sind in Berlin sowie im Rest der Bundesrepublik nämlich nicht erlaubt, da sie einen politischen Hintergrund haben. Viele weitere Zahlenfolgen, wie zum Beispiel die mit einer Null beginnen, sind ebenfalls nicht möglich.

Bank, Bafög, Krankenversicherung

Auch diese Institutionen müssen über einen anstehenden Wohnortswechsel in Kenntnis gesetzt werden: Bank, Bafög-Amt, Kranken- und Rentenversicherung. In der Regel kann man seine Adresse problemlos im Onlinebanking-Portal eingeben. Das Bafög-Amt gibt sich mit einer einfachen E-Mail zufrieden. Kranken- und Rentenversicherung werden ebenfalls online über die Adressänderung informiert.

Nachsendeauftrag bei der Post einrichten

Ansichtskarten von Tante Irmgard oder der Katalog der Lieblingsboutique: Es kommt immer wieder Post ins Haus geflattert, über die man sich freut. Bisweilen vergisst man bei einem Umzug, die Adressänderung weiterzugeben. Mit einem Nachsendeauftrag der Post stellt man sicher, dass man seine Korrespondenz auch weiterhin erhält. Den Nachsendeauftrag kann man problemlos online abwickeln. Auf Wunsch lässt er sich auch in einer Postfiliale beantragen.

Fazit

Bei einem Umzug nach Berlin muss man mit bestimmten Behördengängen rechnen. Auf jeden Fall sollte man sich schon rechtzeitig darauf vorbereiten. Man muss sich unbedingt beim Bürgeramt melden. Familien mit Kindern tun gut daran, im Voraus einen Kita- oder Schulplatz zu reservieren. Seit 2015 muss man ein neues Kfz-Kennzeichen beantragen, wenn man in ein anderes Bundesland zieht. Den Wagen muss man aber dennoch ummelden, da er am neuen Wohnort registriert sein muss. Wer möchte, kann bei der Kfz-Zulassungsstelle in Lichtenberg ein Wunschkennzeichen reservieren.