Kinder richtig vor Unfällen und deren Folgen schützen

Kinder toben gerne und können viele Risiken noch nicht richtig einschätzen. Sie können sich verletzen, sich verschlucken oder auf andere Weise in Gefahr geraten. Deshalb ist es wichtig, immer vorbereitet zu sein um Kinder bestmöglich vor Unfällen und dergleichen zu schützen.

Gerade in der Ferienzeit, wenn Kinder vermehrt draußen spielen und ihre Freizeit voll ausnutzen, gibt es dazu vermehrt Anlass. Worauf Eltern oder auch Großeltern während eines Besuchs der Enkelkinder hierbei Wert legen sollten und wie sie das Kind unterstützen können, erklärt dieser Beitrag.

Ein Erste-Hilfe-Kurs macht Eltern und andere Bezugspersonen im Umgang mit Unfällen sicherer.
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Ein Erste-Hilfe-Kurs macht Eltern und andere Bezugspersonen im Umgang mit Unfällen sicherer.

Ein Erste-Hilfe-Kurs macht Eltern sicherer

Vor allem in den ersten Lebensjahren lernen Kinder ihre Motorik zunächst kennen. Sie probieren sich aus und lernen immer wieder neue Dinge. Umso häufiger besteht die Gefahr, sich ernsthaft zu verletzen. Typische Unfälle, die Säuglingen und Kleinkindern passieren, sind:

  • Sturz vom Bett, Sofa oder Wickeltisch
  • Verschlucken an Brei oder Fingerfood
  • Hinfallen bei ersten Geh- und Stehversuchen
  • Stürze mit Dreirad, Laufrad oder dem ersten Kinderfahrrad

Hier ist es für Eltern besonders wichtig, gut vorbereitet zu sein. Es gilt, nicht in Panik zu verfallen, sondern besonnen auf derartige Situationen zu reagieren. Denn Eltern, die panisch werden, machen ihrem Kind zusätzlich Angst. Stattdessen sollten Eltern herausfinden, ob das Kind blutet, ob die Pupillen sich normal verhalten und ob es anderweitige Verletzungen hat. Gegebenenfalls ist der Besuch beim Arzt oder im Krankenhaus angeraten. Um sich auf derartige Extremsituationen gut vorzubereiten, kann ein Erste-Hilfe-Kurs sinnvoll sein. Viele Organisationen und Krankenhäuser bieten Erste-Hilfe-Kurse an, oft sogar solche, die speziell auf erste Hilfe am Kind ausgelegt sind. In diesen Kursen lernt man, was zu tun ist, wenn das Kind sich verschluckt oder wie sie bei einem Sturz richtig reagieren. Diese Vorbereitung hilft, besonnener zu reagieren, wenn wirklich etwas passiert.

Abgesehen davon gilt es natürlich, gerade Säuglinge nie allein zu lassen. Zu groß ist die Gefahr, dass das Kind stürzt und sich verletzt.

 

Ob Pause oder Sportunterricht, die Schule bietet Potenzial für kleinere und größere Unfälle.
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Ob Pause oder Sportunterricht, die Schule bietet Potenzial für kleinere und größere Unfälle.

Die meisten Unfälle finden in der Freizeit statt

Nicht nur bei Kindern ist es so, dass viele Unfälle in der Freizeit stattfinden. Ob im Urlaub, auf dem Spielplatz oder beim Fahrradfahren vor dem Haus. Gerade in den Ferien, wenn Kinder beispielsweise bei Opa und Oma zu Besuch sind, wird gerne ausgiebig getobt. Daher sollten Eltern, Großeltern und andere Betreuer ein wachsames Auge auf das Kind haben, um es vor etwaigen Gefahren zu schützen. Natürlich kann trotzdem immer wieder etwas passieren. Um langfristige Schäden abzuwenden, ist der Abschluss einer Kinder-Unfallversicherung eine gute Idee. Diese schützt das Kind und auch die Eltern vor den Folgen eines Unfalls. Dazu gehören neben der Übernahme von Behandlungskosten nach Unfällen auch Lebensmittelvergiftungen, Zahnbehandlungen aufgrund von Unfällen und viele weitere Szenarien. So sind Kinder, die verhältnismäßig häufig Unfälle haben, gut geschützt. Eine gute Unfallversicherung greift weltweit, um die Familie auch im Urlaub abzusichern.

Tipp: Gerade, wenn es darum geht, dass andere Personen wie etwa die Großeltern für längere Zeit die Aufsicht übernehmen – wie etwa in den Ferien oder über Feiertage hinweg – ist auch für diese Personen die richtige Vorbereitung wichtig. Das sorgt für mehr Sicherheit und Entspannung über die freien Tage.

Wer Fahrrad fährt, muss wissen, wie er sich im Straßenverkehr zu verhalten hat. Die Radfahrprüfung dient hier als Vorbereitung.
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Wer Fahrrad fährt, muss wissen, wie er sich im Straßenverkehr zu verhalten hat. Die Radfahrprüfung dient hier als Vorbereitung.

Schule, Kita und Co. – so können Eltern ihrem Kind helfen

Neben der Freizeit sind für größere Kinder die Schule oder die Kita Orte, an denen sie sich häufig aufhalten. Entsprechend kommt es auch hier immer wieder zu Unfällen. Unfälle, die in der Kita oder Schule – oder auf dem Weg dorthin und nach Hause – passieren, sind durch die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt. Meldepflichtig ist hier in jedem Fall die Einrichtung. Die gesetzliche Unfallversicherung, das Arbeitsministerium und die Einrichtungen arbeiten daran, dass Unfälle nicht passieren und die Umgebung für Kinder so sicher wie möglich ist. Ganz ausschließen lassen sich Unfälle natürlich dennoch nicht. Für Eltern ist es wichtig, ihrem Kind bereits vorab bestimmte Verhaltensweisen beizubringen, um Unfälle weitgehend zu vermeiden:

  • Gewalt ist tabu. Andere Kinder dürfen nicht geschlagen, getreten oder in anderer Weise angegangen werden.
  • Kinder sollten auf Bezugspersonen wie Erzieher und Lehrer hören.
  • Ist ein Unfall passiert, ist es wichtig, einer Bezugsperson sofort zu erzählen, was genau geschehen ist.

Sollte ein Unfall passieren, werden die Eltern von der Einrichtung informiert und fahren dann, falls nötig, mit ihrem Kind zum Krankenhaus oder Durchgangsarzt. Dieser bescheinigt mögliche Verletzungen, die dann bei der Unfallkasse geltend gemacht werden. Übrigens: In diesen Fällen kann ebenfalls die private Unfallversicherung greifen. Sie sichert das Kind zusätzlich und über die gesetzlichen Leistungen hinaus ab.

Hilfe zur Selbsthilfe geben

Vor allem größere Kinder profitieren, wenn sie lernen, sich selbst vor Unfällen zu schützen. Die Eltern sind hier natürlich ein wichtiges Vorbild. Verhalten sie sich verantwortungsbewusst und sicher, ahmt das Kind dieses Verhalten irgendwann nach. Natürlich möchten Kinder trotzdem ihre Grenzen ausloten und selbst testen, was sie machen können. Hier gilt es, dass die Eltern ihnen erklären, warum in manchen Momenten sicheres Verhalten wichtig und besser ist als riskantes Verhalten. Einige Beispiele:

Auf dem Fahrrad

Wer Fahrrad fährt, muss vorher die richtige Schutzausrüstung anlegen. Ein gut passender Helm und Knieschoner sind mindestens notwendig. Hand- und Ellenbogenschoner können eine Erweiterung sein. Gerade der Helm schützt vor schweren Kopfverletzungen. Zudem legen Berliner Grundschüler in der vierten Klasse die Radfahrprüfung ab. Dies geschieht in Zusammenarbeit mit der Polizei und gewährleistet, dass Kinder wissen, wie sie sich beim Radfahren im Straßenverkehr verhalten müssen.

Als Fußgänger im Straßenverkehr

Wer über die Straße geht, sieht zunächst nach links, dann nach rechts und dann noch einmal nach links. Erst dann wird die Straße überquert. Kindern dieses Verhalten beizubringen, ist eine wichtige Aufgabe der Bezugspersonen. Außerdem gilt es, nur über Zebrastreifen und grüne Ampeln zu gehen, soweit dies möglich ist. Wer ein Vorbild sein möchte, geht grundsätzlich nicht bei Rot über die Ampel.

Im Haushalt

Jeder weiß, dass Herdplatten heiß sind. Also, jeder Erwachsene weiß das. Kinder müssen diesen Umstand erst lernen. Deshalb sollten Eltern ihre Kinder in der Küche nie unbeaufsichtigt lassen. Hilfreich ist es, den Kindern zu zeigen, dass Ofen und Herd heiß sind. Solange die Platten nur lauwarm sind, dürfen Kinder testweise fühlen. Eltern müssen klar erklären, warum die Platte wärmer wird und dass sie, wenn sie ganz heiß ist, sehr gefährlich ist.

Tipp: Falls größere Kinder sich bereits allein oder mit Freunden draußen bewegen dürfen, sollten Eltern ihnen Notfallrufnummern mitgeben. Dazu gehört natürlich die elterliche Telefonnummer. Außerdem sind die Nummern der Polizei (110) und die des Rettungsdienstes (112) besonders relevant. So können Kinder schnell handeln, wenn etwas passiert und kein Elternteil in der Nähe ist.

 

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Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit dem externen Redakteur Felix Lindinger.