Individualität statt Massenware

Kleidung selbst nähen leichtgemacht

Pixabay.com, © moritz320, CC0 1.0

Immer mehr Menschen entdecken ihr Liebe zu selbstgemachten Produkten. Inzwischen haben sich ganz eigene Netzwerke entwickelt, in denen sich die Leute austauschen und Tipps geben, wie man Kosmetika daheim herstellt, den Garten ohne Experten selbst gestaltet oder auch Kleidung oder Accessoires selbst näht – etwa Taschen, Handyhüllen, Mützen oder Handschuhe. Viele sind nicht mehr bereit, Unsummen an Geld für Luxus-Fashion auszugeben und bringen sich bei, wie man sie selbst produziert und das auch noch zu oft deutlich günstigeren Preisen. Wer Kleidung selbst nähen möchte, findet dazu zahlreiche Ideen und gute Anleitungen.

Mit Nadel, Faden und Nähmaschine zur selbst genähten Mode

Ein Kleidungsstück selbst zu nähen, ist im Grunde gar nicht schwer. Mit ein wenig Geschick und den richtigen Hilfsmitteln können Sie sich Jacken, Hosen oder Kleider selbst entwerfen und nähen. Natürlich sind Fähigkeiten im Bereich Nähen oder Schneidern von Vorteil, deshalb könnten entsprechende Kurse, die sich insbesondere in unserer schönen Hauptstadt Berlin besonders großer Beliebtheit erfreuen, eigentlich in allen großen Städten angeboten werden. Darüber hinaus benötigt man natürlich ein paar Schneider-Utensilien, etwa:

  • Nadel und Faden (für alle handgenähten Teile)
  • Nähmaschine (wenn das Nähen mit Nadel und Faden zu aufwendig wäre)
  • Nähtisch (oder eine große Fläche zum Zurechtschneiden des Stoffes)
  • Stoffschere und Lineal (um mit korrekten Maßen und Größen zu arbeiten)
  • Schnittmuster-Papier (für eigene Entwürfe)
  • Kopierrädchen (zum Übertragen des Schnittmusters auf den Stoff)
  • Schneiderkreide oder Zauberstift (zum Aufmalen von Schnitten auf Stoffe)

Neben diesen eher technischen Hilfsmitteln benötigen Sie aber vor allem eines, nämlich die richtigen Stoffe. Wenn Sie Kleidung selbst nähen möchten und sich für ein bestimmtes Kleidungsstück entschieden haben, können Sie Stoffe jeder Qualität über das Internet ordern.

Fertige Schnittmuster oder Eigenkreation

Lassen Sie sich von missglückten Nähversuchen nicht entmutigen, es ist noch kein Schneidermeister vom Himmel gefallen. Vor allem am Beginn kann es sinnvoll sein, wenn Sie mit fertigen Schnittmustern arbeiten. Solche Muster finden Sie in speziellen Büchern über das Schneidern oder in einschlägigen Modezeitschriften. Auch in Berlin gibt es spezielle Hobby-Gruppen in sozialen Netzwerken, in denen sich begeisterte Näherinnen und Näher untereinander austauschen und gegenseitig Tipps zum Thema Kleidung selbst nähen geben.

Wenn Sie ein wenig mehr Erfahrungen mit dem Nähen gesammelt haben, können Sie versuchen, Ihre eigenen Schnittmuster zu kreieren und so Kleidung zu nähen, die ganz Ihren eigenen Wünschen entspricht. Zu diesem Thema gibt es im Internet zahlreiche Editorials, in denen Ihnen erklärt wird, wie Sie ein Schnittmuster herstellen. Sie werden sehen, dass Sie mit jedem Stück, das Sie selbst genäht haben, Ihre Fertigkeiten erweitern und sich mit der Zeit auch an ausgefallenere Kreationen heranwagen. Falls etwas einmal nicht klappt, können Sie sich in speziellen Gruppen und Foren Rat holen, wie Sie es beim nächsten Versuch besser machen.

Günstige Massenware und ihre Nachteile

Vor allem durch die Beschleunigung in der Modeindustrie mit immer mehr Kollektionen pro Jahr ist solche Kleidung als „Fast Fashion“ in Verruf geraten. Es wird von gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffen und Herstellungsverfahren sowie von unmenschlichen, oft gefährlichen Arbeitsbedingungen und extremer Ausbeutung der Arbeitskräfte in den Produktionsländern berichtet. In Kleidungsstücken aus der Massenproduktion, wozu Jeans genauso gehören, wie T-Shirts, Röcke oder Kleider, finden sich nicht selten giftige Farbstoffe, Weichmacher, Bleichmittel und sogar Schwermetalle. Berichte über solche Produkte können Motivation sein, genauer hinzuschauen und vielleicht lieber selbst zu nähen, als die Massenindustrie zu unterstützen.

Wer stattdessen in hochwertige Kleidung investiert, kann diese länger tragen. Sollten die Stücke dennoch irgendwann einmal nicht mehr passen oder gefallen, können sie weitergegeben werden. Gerade der Saisonwechsel ist eine gute Gelegenheit, um den Schrank einmal auszumisten.

Kinderkleidung selbst nähen

Auch in Kleidungsstücken für Kinder sind sehr häufig Schadstoffe enthalten. Zwar gelten auch für solche Produkte strenge Vorschriften, aber nicht jeder Produzent hält sich daran. Um Babys und Kleinkinder, die besonders empfindlich reagieren können, vor solchen gesundheitsschädlichen Stoffen zu bewahren, nähen Sie die Kleidung doch einfach selbst. Es gibt im Internet zahlreiche, oft kostenlose Anleitungen und Schnittmuster, mit deren Hilfe Sie einen Strampelanzug, ein Mützchen oder Schuhe selbst nähen können.

Kleidung selber nähen – Freiheit bei der Umsetzung

Zugegeben, es mag mehr Aufwand sein, ein Kleidungsstück selbst zu nähen. Dafür können Sie aber sicherstellen, dass Ihre Kreation aus Stoffen besteht, die Ihren Wünschen entspricht und die keine gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe enthält. Sie können Schadstoffe vermeiden, indem Sie nach Anbietern suchen, die nachweisbar auf die Verwendung von irgendwelchen Chemikalien bei der Herstellung der Stoffe verzichten. Für schadstofffreie Textilien gibt es verschiedene Gütesiegel.

Wenn Sie Kleidung selber nähen, genießen Sie auch bezüglich der Größe und des Schnitts größtmögliche Freiheit. Ware von der Stange ist ja meist in den gängigen Größen erhältlich und je mehr Sie von der Norm abweichen, desto schwerer wird es Ihnen fallen, etwas Passendes zu finden. Schneidern Sie sich ihre Kleidung selbst, können sie sie genau in der Größe nähen, die Sie benötigen und die Sie als bequem empfinden.

Farbenfroh wie das Leben – nähen Sie sich bunt

Pixabay.com, © annca, CC0 1.0

Wenn Sie sich dazu entschließen, Ihre eigene Mode zu entwerfen, können Sie beim Kauf von Stoffen aus einer schier unendlichen Farbpallette auswählen. Egal, ob Sie groben oder feinen Stoff verwenden, ob Sie mit Baumwolle, Spitze, Jersey, Jacquard, Strickstoff, Seide, Kunstleder oder Fleece arbeiten wollen, es gibt diese Stoffe unifarben oder bunt, mit Mustern, Motiven oder ganz ohne solche Besonderheiten. Darüber hinaus werden auch Stoffe angeboten, die sich aufgrund ihrer anti-allergenen Eigenschaften für Menschen mit entsprechenden Unverträglichkeitsreaktionen besonders gut eignen. Dabei handelt es sich um Stoffe, die meist als Bio-Produkte gekennzeichnet sind.

Bild 1: Pixabay.com, © moritz320, CC0 1.0
Bild 2: Pixabay.com, © annca, CC0 1.0