Das funktioniert wirklich
Keine Kleiderregeln, kein stickiges Großraumbüro, keine müffelnden Kollegen, alles bueno? Leider nein.
Keine Kleiderregeln, kein stickiges Großraumbüro, keine müffelnden Kollegen, alles bueno? Leider nein.
Wer vermeiden will, dass sein heimisches Büro an heißen Tagen nicht zum Brutkasten wird, muss selbst aktiv werden. Wir haben die 10 wirklich wirksamen Tipps zusammengetragen.
Innenrollos, Vorhänge und Plissees helfen gegen Blendung. Gegen Hitze sind sie aber nur die zweite Wahl. Denn wenn Sonnenlicht erst durch die Scheibe gefallen ist, steckt seine Energie schon im Raum. Böden, Möbel, Wände und Arbeitsflächen nehmen diese Strahlung auf und geben sie als Wärme wieder ab.
Darum ist außenliegender Sonnenschutz so wirksam. Er fängt die Sonne vor dem Glas ab. Für Eigentümer, die dauerhaft etwas ändern wollen, können Rollladen, Raffstoren oder Textilscreens interessant sein. In der Stadt ist der ROMA Fachhändler Berlin dafür ein verlässlicher Partner in Sachen Beratung, Aufmaß und Montage.
Wichtig für Mieter und Wohnungseigentümer: Außen montierte Lösungen sollten immer mit Vermieter oder Eigentümergemeinschaft abgestimmt werden.
Viele stellen den Schreibtisch automatisch ans Fenster. Klingt logisch, wird sogar von den Vorgaben der Berufsgenossenschaften gefordert, ist im Sommer aber oft die schlechteste Idee seit „Ich mache den Backofen an und lasse die Klappe offen". Besser ist ein Arbeitsplatz an einer Innenwand:
Wer keine Wahl hat, kann wenigstens den Schreibtisch einige Zentimeter von der Glasfläche abrücken. Klingt kleinlich, macht aber etwas aus, weil Fensterbereiche im Sommer oft die heißesten Zonen im Raum sind.
Zumindest im Sommer darf sich jeder freuen, der gern einen offenen Grundriss hätte, aber keinen hat. Denn wenn es Wände gibt, ist nicht jeder Raum gleich warm. In vielen Wohnungen gibt es daher morgens und nachmittags völlig unterschiedliche „Klimazonen". Das Homeoffice muss deshalb nicht den ganzen Tag am selben Ort bleiben.
Im helleren Raum Arbeiten und dabei ordentlich durchlüften.
In den kühleren Flur oder an die Nordseite wechseln
In den kühlsten Bereich schieben
Ein kleiner mobiler Arbeitsplatz mit Laptopständer, Funkmaus und Headset macht solche Wechsel deutlich einfacher.
Hitze nervt. Blendung macht sie noch schlimmer. Wer ständig gegen Sonnenlicht anstarrt, dreht automatisch die Bildschirmhelligkeit hoch. Das belastet die Augen, kostet zusätzlich Strom und sorgt sogar für (etwas) mehr Abwärme von Monitor und Spannungswandler. Besser geht es so:
Hinter dem Monitor gibt es eine helle Wand? Dann lässt sie sich durch simples Verhängen deutlich weniger reflektierend machen – schon ein dunkles Betttuch genügt.
Es gibt eine einfache elektrische Grundregel: Wenn es Strom verbraucht, dann entsteht dabei immer Abwärme. Und im Homeoffice laufen gern mehr Geräte, als wirklich nötig sind. Laptop, Monitor, Dockingstation, Drucker, Lautsprecher, Ladegeräte, Router, Stehlampe – einzeln harmlos, zusammen aber eine kleine Dauerwärmequelle.
Darum lohnt sich ein Mini-Check:
Besonders Laptops brauchen Luft. Wer das Gerät auf einen Ständer stellt, verbessert die Kühlung und verhindert, dass sich die Tischplatte zusätzliche erwärmt. Der Rücken wird es ebenfalls danken
Ein Ventilator kühlt nicht die Raumluft. Er bewegt Luft und hilft dem Körper, Wärme durch Verdunstung abzugeben. Das fühlt sich kühler an, obwohl die Temperatur gleich bleibt. Deshalb bringt es wenig, den Ventilator leer in den Raum pusten zu lassen, während niemand dort sitzt.
Besser:
Vorsicht beim bekannten Trick mit nassen Handtüchern oder Wasserschalen, ferner „Klimageräte ohne Abluftschlauch": Zwar entsteht dann tatsächlich Verdunstungskälte, aber es erhöht sich auch die Luftfeuchtigkeit – oftmals stärker als sich die Temperatur reduziert. Dann bekommt das Office einen eher unangenehmen klimatischen Touch von Louisiana oder Thailand.
Das Fenster tagsüber aufzureißen, ist bei Hitze ein Eigentor – denn die Wohnung wird dann einfach nur so heiß wie der Außenbereich.
Folgendermaßen geht's richtig:
Temperaturen überwachen
Mit einem Innen- und Außenthermometer
Lüften nur wenn kühler
Nur wenn es draußen mindestens 2 °C kühler ist
Spät abends oder nachts
Querlüften für maximalen Luftaustausch
Früh morgens
Intensiv lüften, alle Fenster und Innentüren weit öffnen
Tagsüber
Fenster konsequent geschlossen halten
Südseite abriegeln
Türen zu allen Südzimmern schließen, wenn man umzieht
Im Sommer ist Tageslicht reichlich da – nur oft an der falschen Stelle. Statt den ganzen Raum hell zu fluten, hilft gerichtetes Arbeitslicht. Eine gute Schreibtischlampe mit LED braucht wenig Strom und erlaubt es, den Rest des Raumes stärker zu verschatten. Das ist besonders praktisch, wenn man bei heruntergelassenem Sonnenschutz arbeitet. Der Raum bleibt kühler, der Arbeitsplatz aber ausreichend hell. Genau diese Mischung aus Schutz und brauchbarem Licht ist im Homeoffice wichtiger als komplette Verdunkelung.
Mobile Klimageräte können einzelne Räume spürbar kühlen und müssen mit Ökostrom oder Solarbetrieb kein schlechtes Gewissen machen. Sie haben aber einen großen Schwachpunkt: den Abluftschlauch. Wird er einfach durchs gekippte oder gar offene Fenster gehängt, strömt daneben warme Außenluft wieder herein. Das Gerät arbeitet dann gegen sein eigenes Leck.
Besser funktioniert es so:
Für gekippte Fenster gibt es textile Abdichtungen mit Klett und Reißverschluss. Noch besser sind passgenaue Einsätze aus Acrylglas, Polycarbonat oder Holzplatten mit Schlauchöffnung. Sie sehen nicht immer elegant aus, verhindern aber, dass die warme Luft direkt wieder zurückkommt.
Wer jedes Jahr dieselben Probleme hat, sollte nicht jedes Jahr dieselben Notlösungen testen, sondern versuchen, bei Fenstern, Sonnenschutz, Lüftung und Raumaufteilung dauerhafte Lösungen zu finden – definitiv sinnvoller als der dritte Ventilator und das zweite Set Kühlmanschetten für die Handgelenke.
Im Homeoffice zählt nicht nur die Temperatur. Entscheidend ist das Zusammenspiel aus Licht, Luft,, Bedienbarkeit und Konzentration. Wer die Sonne draußen hält, richtig lüftet, den Arbeitsplatz klug setzt und Wärmequellen reduziert, kommt deutlich besser durch heiße Tage.
Ein hochsommerliches Homeoffice mitten in Berlin wird dann zwar auch nicht zur Alpenhütte – aber es ist wenigstens auch keine unfreiwillige Privatsauna mit Büroequipment.
Dieser Artikel entstand im Kooperation mit externen Redakteuren.