Welche Spar-Arten gibt es?

Verbraucherexperte

Angesichts von Minizinsen lohnt sich das Sparen doch eigentlich nicht mehr. Ein Denkansatz, der sich – bei Betrachtung der Zinsen aufs Sparbuch – förmlich aufdrängt. Sparer bekamen im Januar 2019 nur noch 0,14 Prozent p. a. aufs Sparbuch. Zumindest sieht so der Durchschnitt aus, den die Bundesbank ermittelt hat. Angesichts steigender Mieten und allgemeiner Kostensteigerungen in Berlin nicht gerade erbaulich. Geld zurücklegen rechnet sich aber trotzdem noch – wenn alles richtig gemacht wird.

Mit kleinen monatlichen Summen wird ein Kapitalstock aufgebaut, den Sparer anschließend umschichten. Längerfristige Bindung heißt häufig auch, dass es höhere Zinsen gibt – wie beim Festgeld. Und von hier aus kann etwas größer gedacht werden. Eine Mischung aus Fondssparplan und Aktienvermögen wäre dann durchaus zu überlegen.

Geld anlegen: ja, aber wie? Es gibt verschiedene Wege, das sauer verdiente Geld zu vermehren

Tagesgeld - nach wie vor eine beliebte Option

Sparen verfolgt ein Ziel: Geld für die Zukunft zurücklegen. Dabei sollten wenigstens die Abgeltungssteuer und Inflationsrate ausgeglichen werden. Sparer haben aber noch ganz andere Ansprüche. Gerade, wenn mit dem Geld anlegen begonnen wird, soll das Guthaben immer noch schnell verfügbar sein. Schließlich kommt es immer zu unvorhergesehenen Situationen. Beispiel: Die Waschmaschine streikt – es muss Ersatz her.

Tagesgeld ist nach wie vor eine beliebte Variante, um abseits das Sparbuchs Geld zur Seite zu legen. Zu den Vorteilen gehört die Flexibilität. Zwar haben Sparer keinen Zugriff auf das Guthaben wie beim Girokonto. Tagesgeld bleibt aber täglich verfügbar und kann jederzeit auf das Bankkonto umgebucht werden. Und es ergibt sich ein weiterer Pluspunkt: Tagesgeld zählt zu den Bankeinlagen. Damit fällt es in den Bereich der gesetzlichen Einlagensicherung. Ein gutes Beispiel in diesem Zusammenhang ist Weltsparen. Der Zinsbroker arbeitet mit 53 verschiedenen Partnerbanken aus der EU zusammen, um den Kunden stets die besten Tagesgeldzinsen bei entsprechender Sicherheit bieten zu können. Darüber hinaus werden auch Festgeldkonten mit interessanten Konditionen angeboten.

Wie mit Tagesgeld sparen?
Ein Nachteil sind die vergleichsweise niedrigen Zinsen. Banken drehen sehr schnell an der Zinsschraube, wenn sich an den Finanzmärkten etwas ändert. Warum Tagesgeldkonten trotzdem im Auge behalten? Aufgrund:

  • der Flexibilität
  • der Verfügbarkeit
  • des hohen Sicherheitsstandards

eignet sich Tagesgeld zum Aufbau einer Reserve und dem Ansparen der ersten Euro – um damit später größere Summen anlegen zu können. Gleichzeitig ist es ideal für Sparer, die Geld zwischenparken. Wird eine Position im Depot aufgelöst, der richtige Momente für den Einstieg in ein anderes Wertpapier steht noch aus, kann das Geld solange aufs Tagesgeldkonto geschoben werden.

Festgeld - das Maximum an Sicherheit

Minizinsen beim Tagesgeld oder aufs Sparbuch sind ein Ärgernis. Wer sich damit nicht abfinden will, hat im Umfeld der EZB-Zinspolitik nur wenige Möglichkeiten. Eine Option sind Wertpapiere. Deren Risiken sind Sparern oft zu hoch. Wie sehen Alternativen aus? Festgeld gehört zu jenen Sparvarianten, die Rendite und Sicherheit miteinander zu kombinieren versuchen.

Hintergrund: Ähnlich dem Tagesgeld fällt auch das Festgeld in die Gruppe der Bankeinlagen. Damit gilt hier nicht nur die gesetzliche Einlagensicherung. Letztere beläuft sich auf 100.000 Euro pro Bankkunde. In Deutschland greifen zudem institutionelle und freiwillige Sicherungsinstrumente – womit es meist um mehrere Millionen je Bankkunde geht.

Warum eine höhere Rendite?
Geschätzt wird Festgeld wegen seiner höheren Rendite. Diese kann deutlich über Sparbuch und Tagesgeld liegen. Im Gegenzug nehmen Sparer in Kauf, dass ihr Kapital lange – mitunter mehr als fünf Jahre – beim Anbieter gebunden ist. Ideal ist Festgeld, um Durststrecken niedriger Zinsen zu überbrücken. Oder Gelder mittelfristig zu parken – etwa, wenn in einem angespannten Umfeld eine Finanzmarkt-Konsolidierung etwas länger dauern könnte.

Fondsparpläne - moderner Vermögensaufbau

Fondsparpläne tragen den Spargedanke zwar im Rahmen, sind aber – bei genauer Betrachtung – eher den Wertpapieren zuzurechnen. Hintergrund: Fondssparpläne basieren auf fortwährenden Einlagen, mit denen Fondsanteile erworben werden. Bei den Fonds kann es sich um:

  • Aktienfonds
  • Geldmarktfonds
  • ETFs
  • Rohstofffonds handeln.

Positiv ist in diesem Zusammenhang die Entwicklung der Rendite zu bewerten. Letztere liegt oft über den Renditen anderer Sparformen. Schon ein Blick [auf das Renditedreieck zum DAX](https://www.dai.de/files/dai_usercontent/dokumente/renditedreieck/181231 DAX-Rendite-Dreieck 50 Jahre Web.pdf) zeigt, wie stark sich Aktien entwickeln können. Was ist aber mit dem Risiko? An den Börsen geht es schließlich auch mal schnell nach unten?

Sparpläne: Risiko streuen

Auf der einen Seite geht es an diesem Punkt darum, eine Balance zu finden – zwischen Ertrag und Sicherheit. Die Risikostreuung ist auch beim Fondssparplan Pflicht. Gerade ETFs haben sich in der Vergangenheit als guter Kompromiss erwiesen. Hier werden Indizes nachgebildet. Achtung: Bei der Fondsauswahl ist auf eine Mischung zu achten, um das Klumpenrisiko zu verhindern.

Risikostreuung ist aber nur ein Aspekt. Gerade bei Sparplänen kommt ein weiterer Punkt hinzu. Schwächeln die Kurse, werden mehr Fondsanteile gekauft. Gehen die Börsen wieder nach oben steigt das Portfolio im Wert. Bezeichnet wird das Ganze als sogenannter Durchschnittskosteneffekt. Dieser macht sich nach einiger Zeit sehr deutlich bemerkbar. Kapital-Lebensversicherungen und Rentenversicherung - Klassiker des Vermögensaufbaus Lange waren es gerade die Kapital-Lebensversicherungen und Rentenversicherung, mit denen Sparer für ihre Zukunft vorsorgen wollten. Gerade das Thema Altersvorsorge war oft Vater des Gedankens. Inzwischen haben beide Sparvarianten stark an Bedeutung verloren. Gründe für diese Entwicklung gibt es mehrere.

Auf der einen Seite gelten diese Sparformen inzwischen als teuer. Hohe Abschlusskosten sorgen gerade in den Anfangsjahren dafür, dass nur ein Bruchteil gezahlter Beiträge in die Sparrate fließt. Andererseits leiden auch die Versicherer unter den niedrigen EZB-Zinsen. Sichtbares Zeichnen ist die sinkende Garantieverzinsung. Und es gibt noch einen Aspekt. Waren die Verträge lange steuerprivilegiert, gelten diese Privilegien inzwischen nicht mehr. In der Auszahlungsphase werden Sparer also wieder zur Kasse gebeten.

Fazit: Sparen unter erschwerten Bedingungen

Vermögen aufbauen ist in den letzten Jahren nicht leichter geworden. Besonders durch niedrige Leitzinsen sind in der Vergangenheit klassische Sparformen unter Druck geraten. Es gibt kaum noch Zinsen auf Tagesgeldkonten oder das Sparbuch. Wer deutlich mehr als 1 Prozent will, muss sich länger binden. Auf der anderen Seite haben Bankeinlagen auch Vorteile. Sie fallen unter die gesetzliche Einlagensicherung – und werden daher hohen Sicherheitsstandards gerecht.

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