Das haben nur wir Berliner

von der Mauer bis zum Frauenfeiertag

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Berlin ist keine normale Stadt. Berlin ist außergewöhnlich, das zeigt schon die Historie der Stadt. Einst geteilt, nun wieder vereint, bietet Berlin diverse Gründe, warum die Bewohner stolz auf ihre Stadt sein können. Aber was gibt es in Berlin, was man sonst nirgendwo findet? Und was sollte man unbedingt mal gesehen haben?

Eine historische Stadt: Hier wird Geschichte erlebbar

Berlin ist unglaublich vielseitig, was sich auch in den Monumenten der Stadt offenbart. In Berlin wurde Geschichte geschrieben, mal die der Nationalsozialisten, dann wiederum die der Sozialisten, die in einer Teilung der Stadt endete. Noch heute lassen sich Bauwerke dieser Zeiten und Mahnmäler der Zeiten besichtigen.

Die Mauer – Mahnmal einer Teilung

Zum Glück existieren nur noch einige Reste der Mauer, die die Stadt einst teilte. Gerade Besucher sollten achtgeben, dass sie die echte Mauer besuchen, da auch einige Bereiche nachgebaut wurden. Ein guter Startpunkt für die Besichtigung ist die »Bernauer Straße«. Hier befindet sich eine Gedenkstätte, denn hier waren die Folgen des einstigen Mauerbaus äußerst umfangreich. Im Regierungsviertel hingegen lassen sich die Fundamente der Lichtmasten sehen, die einst in der Todeszone standen. In der Niederkirchnerstraße am Potsdamer Platz befindet sich bis heute ein Mauerstück von 200 Metern Länge. Dieser Mauerteil steht im Dokumentationszentrum »Topographie des Terrors«.

Und weitere Denkmäler im Überblick:

1. Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche
Sie ist wohl eines der bekanntesten Wahrzeichen Berlins. Selbst diejenigen, die zuerst nicht wissen, was vor ihnen steht, spüren, dass sie besonders ist. Die Rede ist von der Gedächtniskirche am Breitscheidplatz. 1943 wurde die Kirche im Krieg zerstört und in der Nachkriegszeit erst kaum beachtet. Ab 1957 erst wurde die Kirche restauriert.

2. Soviet Memorial Tiergarten
Im Tiergarten Berlin befindet sich das sowjetische Ehrenmal, welches die gefallenen Soldaten der Roten Armee ehrt.

3. Platz des Volksaufstandes 1953
Dieser Platz an der Leipziger Straße erinnert an den Volksaufstand 1953 in der DDR. Der Platz liegt vor dem Gebäude, das einst die DDR-Ministerien beherbergte.

4. Holocaust Denkmal
Diese Stätte ist weit über die Grenzen Deutschlands hinweg bekannt. Es erinnert an die bis zu sechs Millionen jüdischen Opfer des Holocaust und befindet sich zwischen Potsdamer Platz und Brandenburger Tor. Das Denkmal besteht aus zwei Bereichen, obgleich vielen nur die Steinquader bekannt sind. Unterirdisch verbergen sich viele Informationen rund um das Denkmal, den Grund und die Judenverfolgung.

5. Checkpoint Charlie
Es war der einstige Grenzübergang zwischen der DDR und der BRD und ist bis heute die Sehenswürdigkeit schlechthin. Der Checkpoint ist jedoch nicht allein für sich selbst sehenswert, sondern auch aufgrund der Möglichkeiten, die sich Berlinern und Touristen um ihn herum bieten. Direkt am Checkpoint liegen das Mauermuseum, die Blackbox Kalter Krieg, The Wahl und das Trabi-Museum.

Besondere Events und Feiertage

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Berlin hat sie, die Feiertage, die sonst niemand hat. Gut, sagen die Berliner, denn zumindest gibt es nun einen Feiertag mehr in dem dürftig ausgestatteten Berliner Feiertagskalender. Denn immerhin feiert man in Berlin weder Fronleichnam noch Allerheiligen oder den Reformationstag. Dafür hat Berlin aber auch Events, die andere Städte zwar gerne hätten, doch nicht bekommen.

Weltfrauentag als Feiertag – das gibt es nur in Berlin

Der 8. März ist seit diesem Jahr ein gesetzlicher Feiertag in Berlin. Am Weltfrauentag dürfen nun alle, Schüler, Arbeitnehmer, Selbstständige zu Hause bleiben und, so hoffen es die Namensgeber, den Frauen Respekt zollen. Ganz allein steht Berlin in dieser Beziehung übrigens nicht da. In Russland (mit einst sozialistischer Bedeutung), Madagaskar, Nepal und China ist der Frauentag schon längst ein offizieller Feiertag.

DFB-Pokalfinale
Und genau das hat nur Berlin. Jedes Jahr im Mai kommen die Besten des DFB-Pokals ins Olympiastadion nach Berlin und spielen um den Pokal, der im Volksmund als hübscher als die Meisterschale bezeichnet wird. Einige Fakten rund um den Pokal:

  • Seit wann - seit 1985 findet das Pokalfinale fest in Berlin statt. Zuvor galt eine kurzfristige Vergaberegel, oftmals gewann der Ort, der gut in der Mitte zwischen den beiden Finalisten lag. Seitdem ist das Olympiastadion das deutsche Wembley geworden und der Schlachtruf »Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin« erschallt auch schon einmal in den allerersten Runden des Pokals. Eine Krönung der langen und ereignisreichen Geschichte des DFB-Pokals, der bereits vor dem zweiten Weltkrieg als sogenannter Tschammer-Pokal ausgetragen wurde.
  • Berlin? - nur eines, das hat Berlin bislang nicht geschafft. Das Pokalfinale mag daheim sein, doch erst zwei Mal überhaupt spielten Berliner Clubs im Finale. 1993 spielten die Hertha Amateure im Finalduell, 2001 Union Berlin.
  • Karten - die Karten für das Finale sind schneller weg, als man schauen kann. Viele Fans kaufen unabhängig vom Finalteilnehmer, die Vereine selbst beklagen schon, dass ihr Kartenkontingent selten ausreicht.

Und es gibt noch viel mehr zu entdecken:

1. Fête de la Musique
Zugegeben, eine Veranstaltung wie die FETE gibt es mittlerweile auch in anderen Städten und fand seinen Ursprung in Paris, doch der deutsche Ursprung ist in Berlin. Auch 2019 gibt es wieder ein Fest der Musik. Am 21. Juni finden wieder in unzähligen Locations in Berlin Konzerte statt. Die FETE gibt es seit 1995 in Berlin, mittlerweile wird immer ein Stadtteil besonders ins Licht gerückt. War es letztes Jahr Lichtenberg, liegt das Hauptaugenmerk heute auf Treptow-Köpenick.

2. IFA
Die Internationale Funkausstellung ist für reine Bewohner immer ein netter Scherz, denn hier lassen sich Politiker gerne mit den technischen Neuländern ein - seltsame Blicke inbegriffen. Ansonsten ist die IFA natürlich das Mekka der Technikbegeisterten, denn wo sonst lassen sich die Neuheiten der Neuheiten aus dem Bereich der Home-Electronics und Home-Assistants kennenlernen, wenn nicht hier? Wie viele Messen ist auch die IFA aufgeteilt in Fach- und Tagespublikum.

3. Art Week
Mit der Berlin Art Week wird die Kunst in der Hauptstadt auf ein neues Level gehoben. Gegenüber anderen europäischen Städten tut sich die Kunstszene in Berlin schwer, daher wird dieses Wochenende immer dazu genutzt, Künstler und ihre Werke in Museen, Ausstellungen oder auch an ungewöhnlichen Orten vorzustellen.

4. Berlin Marathon
Jede Großstadt hat einen Marathon, aber der Berlin Marathon ist stets ein besonderes Ereignis. Der Straßen- und Volkslauf findet seit 1974 statt und geht über eine Distanz von 42 Kilometern. Der Termin liegt immer im Herbst, dieses Jahr wird er am 29. September stattfinden.

Besondere Locations

In Berlin gibt es natürlich auch einige Locations, die ganz besonders sind. Mal sind es echte Hotels, mal eine Strandbar inmitten der Stadt, aber auch der größte Park Berlins dürfen natürlich nicht vergessen werden. Hier einige Beispiele:

  • Ostel – selbst ein jüngerer Berliner sollte hier eine Nacht verbringen. Es handelt sich um ein schlichtes Hostel, das aber von oben bis unten mit DDR-Möbeln und Ware ausgestattet ist. Wer immer mal wissen wollte, wie so ein Bett oder eine Wohnwand aussah, ist hier richtig.
  • DDR-Museum – Museen sind langweilig? Nicht in Berlin. An diesem Ort geht es teils interaktiv zu. Die einzelnen Räumlichkeiten und Orte sind originalgetreu ausstaffiert, sodass sich Besucher inmitten der Platte heimisch fühlen können. Und wie fährt überhaupt so ein Trabi? Im Fahrsimulator lässt sich das nun miterleben - sogar ohne Führerschein.
  • Strandbar Berlin-Mitte – sie wird auch als die Mutter aller Berliner Strandbars bezeichnet. Sie bietet Gästen Palmen, Open Air Tangonächte und ein ideales Erlebnis inmitten der Stadt.
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Fazit – 100 % geprüft Berlin

Es gibt freilich noch mehr, das sich als Berliner Original bezeichnen kann. Immerhin hat Berlin nun einen eigenen Eisbären – und damit sind nicht nur die Eisbären Berlin gemeint. Insgesamt ist die Stadt für Bewohner und Besucher ein Highlight, wobei Touristen wirklich einige Tage einplanen sollten, um alles zu sehen. Schon von Stadtteil zu Stadtteil bietet sich teils ein ganz anderes Feeling und wer all die Szenebars oder Must-Sees der Stadt erkunden möchte, der braucht etliche Tage Zeit.

Bildnachweise:
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