NEU IN DER HAUPTSTADT?

SO LEBT ES SICH IN BERLIN EIN

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Berlin ist eine Metropole, die ständig wächst. Aus ganz Deutschland, sogar aus aller Welt zieht die die Stadt an der Spree Jung und Alt an. Studenten, Lebenskünstler, junge Professionelle die ihr Glück im Startup suchen – Menschen jeder Art kommen jährlich neu nach Berlin.

Die Vielfalt der Wahlberliner ist ein wichtiger Faktor, der den Charme der Stadt mit ausmacht. Viele davon hegen schon lange den Wunsch von Berlin als Traumwohnort, da sie es bereits kennen und lieben. Doch auch viele andere verschlägt in die deutsche Hauptstadt – und die müssen sich vielleicht erst einmal einleben.

In Berlin ticken die Uhren ein wenig anders, was jeder schnell spüren sollte. Daher ist es vielleicht nötig, sich erst einmal etwas einzugewöhnen. In Berlin ist man sofort willkommen und fühlt sich hoffentlich auch schnell hier zuhause – mit diesen Tipps geht das noch schneller.

ALLER ANFANG IST SCHWER

Sein altes Leben zu entwurzeln und umzuziehen ist grundsätzlich schon nicht sehr einfach. Wenn es dann noch in eine große Metropole geht, in der man sich nicht auskennt, ist es natürlich besonders schwierig, sich zu Beginn zurecht zu finden. Auch hier gilt, dass die ersten Tage und Wochen die schwierigsten sind. Wenn man erst einmal die anfänglichen Startschwierigkeiten hinter sich hat und vielleicht die ersten Ansprechpartner gegen das Alleinsein gefunden hat, geht alles immer leichter von der Hand. Es ist eigentlich gar nicht so schwer, sich in hier zurechtzufinden und einzuleben – schließlich schaffen das jedes Jahr über 180.000 neu zugezogene Berliner. Mit ein paar Insider-Tipps, wie man sie in diesem Artikel findet und sonst von Vollblut-Berlinern bekommen kann, kann nicht viel schiefgehen.

DIE ANKUNFT UND DIE WOHNUNGSSUCHE

Für waschechte Neuankömmlinge ist Berlin natürlich zuerst einmal eine große Aufgabe – die Stadtfläche ist gut doppelt so groß wie die von anderen Großstädten wie beispielsweise Köln. Daher ist es vielleicht eine gute Idee, sich schon vor dem Umzug einmal mit der Stadt vertraut zu machen.

Für einen Kennenlern-Stadturlaub eignet sich Berlin ohnehin sehr gut. So kann man bereits vor dem Umzug mit einer Stippvisite einen Blick auf den Lifestyle und den Charakter der Stadt werfen und dabei schon ein paar Grundlagen wie die Navigation studieren. Wer noch keine Wohnung hat, steht vor einer zusätzlichen Herausforderung. Nicht selten leben Neuankömmlinge erst einmal in einer kurzfristigen Zwischenmiete, um die Zeit bis zur eigenen Wohnung zu überbrücken.

Gerade kleine Wohnungen für eine Person, die bezahlbar sind, sind in Berlin Mangelware. Man muss also mit etwas Geduld an diese Aufgabe gehen und so früh wie möglich anfangen, sich darum zu kümmern.

Ein großer Vorteil ist natürlich Vitamin B, da man sich so häufig die überlaufenen, öffentlichen Wohnungsbesichtigungen spart. Wenn ihr also jemanden kennt, der jemanden kennt, der in der Stadt lebt – dringend um Hilfe bitten!

Wer die Kosten für eine kleine Single-Wohnung – bei ungefähr 500 Euro Kaltmiete fangen diese in den beliebten Vierteln erst an und Preise steigen regelmäßig – nicht übrighat, muss sich nach Alternativen umschauen. Eine WG ist daher in Berlin auch außerhalb von Studenten durchaus eine beliebte Möglichkeit.

Eine weitere Option ist natürlich, außerhalb des Rings zu wohnen. Auch, wenn die meisten Berliner zuerst einmal dringend davon abraten, weil es „viel zu weit weg“ von allem sei – in der Praxis spart man so viele Mietkosten und pendelt vielleicht zehn bis fünfzehn Minuten länger.

DIE GRUNDLAGEN: SO KOMMST DU VON A NACH B

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Immer, wenn man neu in einer Stadt ist, ist dies die wichtigste Herausforderung: Die Orientierung und der Transport innerhalb der Stadtmauern, für den Arbeitsweg, alle möglichen Erledigungen und Amtsgänge, muss schnell gemeistert werden.

Trotz des Rufs ist der öffentliche Nahverkehr in Berlin glücklicherweise sehr gut und einfach durchgeplant. Natürlich geht hin und wieder einmal etwas schief, etwa, wenn eine Tram liegenbleibt – aber das gehört ohnehin überall zur Tagesordnung.

Mit den verschiedenen „Öffis“ lässt sich jede Strecke schnell und vergleichsweise günstig zurücklegen – ein Auto ist kaum nötig, zur Rush-Hour sogar eher hinderlich. Der erste Schritt für jeden Neuankömmling sollte sein, die Mobile Smartphone-App des BVG installieren. Damit sind Routen und Tickets für alle öffentlichen Verkehrsmittel schnell gefunden – Bus, S-Bahn, Tram, U-Bahn und Fähre.

Der Berliner Verkehrsverbund hat auch einen speziellen Platz im Herzen der Einwohner inne, weshalb es sich lohnt, den Präsenzen in den sozialen Medien zu folgen – nicht zuletzt dank ihrer seltenen, aber erfreulichen Sonderaktionen.

Für die ersten Touren quer durch die Hauptstadt gilt: Die Ringbahn ist dein Freund! Fast jede U- und S-Bahnlinie lässt sich zwischen zwei Punkten mit einer Fahrt auf der Ringbahn verbinden. Direkt als Eselsbrücke merken: Zuerst kommt der Uhrzeigersinn (S41), dann erst die entgegengesetzte Richtung (S42).

Wenn es einmal etwas schwieriger wird und man mit Bus und Bahn nicht mehr weiterweiß, sind Taxi oder auch das neue Angebot zum gemeinsamen Chartern von Fahrten namens „Berlkönig“ wunderbar geeignet.

DAS IST WICHTIG BEIM EINLEBEN IN BERLIN

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Es gibt einige Dinge, auf die man viel Wert legen sollte, wenn man sich schnell Berlin heimisch fühlen möchte. Neben dem grundlegenden Kennenlernen der Stadt und ihrer Möglichkeiten kommt es auch auf die persönliche Bindung an, die man mit ihr ausbildet. Das kann man mit zwei Punkten zusammenfassen:

  • Kenne deinen Kiez: Mit der nächsten Umgebung und dem Viertel rund um die eigene Wohnung sollte man sich so gut wie möglich vertraut machen. Es gibt überall – vor allem im Stadtkern – so viele kleine Läden, Angebote, Möglichkeiten und warmherzige Ladeninhaber, dass man eigentlich fast alles, was man jemals brauchen kann, auch „um die Ecke“ findet. Probiere also möglichst jeden Imbiss aus, besuch jede Kneipe und integriere dich in deinen Kiez.

  • Möglichst offen sein: Berlin ist eine kuriose Stadt. Nach einigen Monaten in der Hauptstadt gibt es nichts mehr, was man noch nicht gesehen hat. Manch einer ist bei der ersten Fahrt mit der Partytram M10 vielleicht geschickt, doch als Wahlberliner dürfte man schnell lernen, damit umzugehen. Dann spürt man auch, dass sich hinter der rauen Fassade viel Freundlichkeit und Wärme verbirgt.

Anstatt sich zu fühlen wie ein Besucher, der sich besonders gut auskennt, wird man nur dann wirklich zu einem Berliner, wenn man sich im eigenen Kiez wirklich wohlfühlt und die Menschen der Stadt versteht.

WAS IN BERLIN „ANDERS“ IST

Was das kulinarische Angebot, die Vielfalt und die Möglichkeiten zu Kultur, Shopping und Freizeitgestaltung angeht, hängt es keiner anderen Hauptstadt hinterher. Es ist eine ausgewachsene Multikulti-Metropole wie sie im Buche steht. Dennoch hat Berlin auch ganz klare Eigenheiten und ist auf jeden Fall eine einzigartige Stadt.

Die erste Besonderheit ist auch gar kein Geheimnis: In Berlin gibt es keine Tageszeit und keine wirklichen Wochentage. Egal zu welcher Uhrzeit, wenn man Heißhunger auf ein paar Snacks hat oder sich das Verlangen nach einem kühlen Bier entwickelt – der Gang zum Späti in der Nachbarschaft löst das Problem, auch wenn es schon weit nach Mitternacht ist. Auch ob Werktag oder Wochenende spielt kaum eine Rolle – belebte Tanzflächen und treibende Techno-Clubs findet man auch an einem Dienstag.

Der Späti ist ohnehin ein Teil der Lebenskultur in Berlin, denn im Grunde gibt es dort alles, was man im Alltag spontan brauchen könnte. Man begegnet sich dort freundlich und ist per Du – daher könnte man gerade dort auch der speziellen Berliner Art des Umgangs mit Passanten erstmals über den Weg laufen.

Eine sarkastische, nicht besonders hilfreiche, aber freundlich gemeinte Antwort auf eine Frage ist hier an der Tagesordnung. Wer hier nicht mehr überrascht ist, sondern sofort mit einem eigenen Spruch und einem Lächeln kontert, ist angekommen – Willkommen in Berlin!

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Dieser Artikel entstand in Zusammenarbeit mit der externen Redakteurin Tanja Hoffman.